Geldwäsche, Betrügereien und Skandale flag

James Johann | 03-07-2018

Geldwäsche-SkandaleDas eigentliche Wesen von Casino-Geschäften und die internen Abläufe des Systems machen die Branche hochgradig anfällig für Geldwäsche. Die damit einhergehenden Risikofaktoren weisen alle Elemente auf, die für Geldwäscheaktivitäten Bedeutung haben. Alles ist vorhanden: große Bargeldtransaktionen, aber auch riesige Summen Cash, die von einem Ort zum anderen transportiert werden, Zugang zu mehreren Niederlassungen innerhalb einer einzigen Casinogruppe und vollständige Anonymität, was die Herkunft allen Geldes angeht: die Spieler.

Wenn man diese Zusammensetzung der Abläufe in der Casinobranche in Betracht zieht, dann entspricht sie geradezu perfekt den idealen Voraussetzungen für Geldwäscheaktivitäten und es wird unmissverständlich klar, warum diese Branche ein stark anvisiertes Ziel für alle darstellt, die sie für ein Zweiteinkommen missbrauchen wollen. In landbasierten Casinos ist es offensichtlich wesentlich einfacher, sich an solchen Aktivitäten zu beteiligen, und mit der Verbreitung von Online-Casinos ist die Zahl der Vorfälle möglicherweise in den letzten Jahren etwas zurückgegangen, sie finden aber immer noch statt.

Aber es sind keineswegs nur Casinos, die für Geldwäsche anfällig sind: Das Scheinwerferlicht ist auch auf Branchen gefallen, bei denen sich der Durchlauf von Geldmitteln ebenso einfach gestaltet und in denen riesige Betrügereien durchgezogen wurden - zuweilen mit Erfolg, zuweilen eher nicht so.

HSBC: Damit durchkommen

Wenn uns die letzten ein oder zwei Jahrzehnte überhaupt etwas gelehrt haben, dann, dass Geldwäsche jederzeit, überall und in jeder Branche vorkommen kann.

Eine der bekanntesten Geldwäsche-Storys, die jemals Schlagzeilen gemacht haben, war der HSBC-Skandal von 2012.  Im Verlauf jenes Jahres hat die Bankengruppe als Folge unzureichender Kontrollen und einem kompletten Versagen beim Umsetzen der hauseigenen Ant-Geldwäsche-Richtlinien 1,2 Milliarden £1 eingebüßt.  Die Hauptschuldigen bei der HSBC-Saga waren:

  • Die Bereitstellung von Bankdienstleistungen und sogar sekundären Finanzmitteln in amerikanischen Dollars für eine Reihe von Banken in Saudi-Arabien trotz deren offensichtlichen Verbindungen zu Terrororganisationen;
  • vorsätzliche Winkelzüge zur Umgehung von Sanktionen gegenüber bestimmten Ländern trotz der offensichtlich damit einhergehenden Risiken sowie
  • die Weigerung, den mexikanischen Geschäftspartner als bedeutsamen Hochrisikofaktor einzustufen, und das trotz der berühmt-berüchtigten mexikanischen Machenschaften auf den Gebieten der Geldwäsche und des Drogenhandels.

Über einen Zeitraum von 7 Jahren hinweg wurden geschätzte 5,57 Milliarden £ gewaschen, und das nur aufgrund mangelnder Kontrolle und dem Fehlen angemessener vorbeugender Maßnahmen.

Gangster-Bank 101: BCCI

Kostenzählung eines SkandalsEine weitere Gangster-Bank-Story ist die der BCCI (The Bank of Credit and Commerce International) – der Bankenskandal, der letztendlich zu einer kompletten Umkehr bei der Bankengesetzgebung in Großbritannien geführt hat, in deren Rahmen die Verantwortlichkeit für die Bankenaufsicht von der Bank of England an das Finanzministerium übertragen wurde.

Betrug und Geldwäsche waren bei der BCCI und ihren Kunden Berichten zufolge bereits seit Mitte der 1980er Jahre an der Tagesordnung. BCCI erlangte schnell den zweifelhaften Ruf, die Bank der Wahl für Waffenschmuggler, Drogenkartelle und andere mächtige Übeltäter zu sein. Die Gruppe hatte Beziehungen zu ausländischen Regierungen und Diktatoren aus Ländern wie Simbabwe, Nigeria und Argentinien gepflegt. Einige dieser Beziehungen waren nur aufgrund des Unkonventionellen anrüchig, andere durch und durch korrupt.

Im Jahr 1991 setzte die Bank of England endlich Untersuchungen der inneren Abläufe der BCCI in Gang, und das Wirtschaftsprüfer-Unternehmen Price Waterhouse wurde mit den Ermittlungen und der Überwachung beauftragt. Im Lauf der Untersuchungen stellte sich heraus, dass über viele Jahre hinweg Betrügereien und Geldwäsche in großem Ausmaß gang und gäbe waren und dass die Bank zum damaligen Zeitpunkt immer noch illegitime Finanztransaktionen durchführte.

Im Anschluss an die Ermittlungen und die daraus folgenden Erkenntnisse wurde die Bank schließlich von internationalen Regulierungsbehörden komplett geschlossen.

Standard Chartered

Für Standard Chartered kam der Tag der Abrechnung ebenfalls 2012. Der britischen Bank wurde vorgeworfen, der iranischen Regierung dabei geholfen zu haben, die Anti-Geldwäsche-Bestimmungen in den Vereinigten Staaten zu umgehen. Das Fehlverhalten lief Berichten zufolge über 10 Jahre hinweg, wobei in diesem Zeitraum 191,8 Milliarden £ gewaschen wurden.

Geldwäsche bleibt eine Geißel, die viele Branchen heimsucht, insbesondere solche, in denen wie in Casinos und Banken regelmäßig große Geldsummen hin- und hergeschoben werden, was es für alle mit unlauteren Absichten einfach macht, wohldurchdachte Pläne durchzuführen.

YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=W6A01vgBkew

Quellen:

https://www.theguardian.com/society/2018/jan/05/five-of-uk-online-casinos-may-lose-licence-over-money-laundering-fears

https://www.burges-salmon.com/news-and-insight/legal-updates/casinos-and-money-laundering-five-things-you-need-to-know/

https://www.int-comp.com/ict-views/posts/2016/07/22/top-5-money-laundering-cases-of-the-last-30-years/

https://www.globalradar.com/the-top-10-anti-money-laundering-stories-in-2017-year-end-review/