Rumänien führt neue Glücksspiel-Umsatzsteuer ein flag

James Johann | 09-01-2019

Neue Glücksspielsteuer in RumänienRumänien hat eine Steuer in Höhe von 2 % auf Glücksspieleinnahmen erhoben. Kurz vor Weihnachten 2018 erließ die Regierung eine Notverordnung, in der Steuererhöhungen für mehrere Branchen festgelegt wurden. Dazu zählten eine so genannte „Giersteuer“ auf Bankvermögen und neue Steuern für Casino- und Sportwettenprofite. Die Änderungen wurden am 1. Januar 2019 offiziell umgesetzt.

”Glücksspiel-Teilnahmegebühren”

Die neu eingeführte Steuer kommt zur 16 %-igen Umsatzsteuer hinzu, die alle Spielbanken und Online-Betreiber schon jetzt zu zahlen haben. Nun müssen Casinos und Buchmacher aber noch zusätzliche Steuern zahlen, zunächst in Höhe von 3 % für Spielbanken und 5 % für Online-Betreiber.

Da sie dafür bezahlen, als Teil des Glücksspielmarktes im Land zu verbleiben, bezeichnen die Behörden die neuen Einnahmen als „Glücksspiel-Teilnahmegebühren“. Am 29. Dezember wurde die Situation mit einer überarbeiteten Verordnung der Regierung etwas abgeschwächt. Jetzt sind alle Betreiber verpflichtet, eine Umsatzsteuer von 2 % zu zahlen, und haben bis zum 25. Februar 2019 Zeit, um ihre erste monatliche Zahlung zu begleichen.

Die Glücksspielbranche als Einnahmequelle

Casinospiele und Sportwetten erzielen einen riesigen Umsatz, weswegen die Besteuerung von Betreibern unglaublich lukrativ sein kann. Die rumänische Regierung hat diese Tatsache bereits früher genutzt und sich bei der Finanzierung ihres Haushaltsbedarfs auf diese Branche gestützt.

Als der Online-Glücksspielmarkt des Landes im Jahr im Jahr 2015 erstmals liberalisiert wurde, wurde in allerletzter Minute noch eine Verpflichtung zur rückwirkenden Steuerzahlung erlassen, und zwar für alle Einnahmen, die bis 2009 erzielt wurden. Es wird erwartet, dass die neuen Anforderungen noch schwieriger zu bewältigen sein werden.

Auch wenn der Steuersatz gesenkt wurde, wird erwartet, dass es den Betreibern dennoch schwer fallen wird, einen Gewinn zu erzielen. Derzeit überwacht die Aufsichtsbehörde Oficiul National Pentru Jocuri de Noroc 22 Lizenznehmer, darunter auch eine lokale Tochtergesellschaft von 888 Holdings.

Weitreichende Auswirkungen

Da es in Rumänien immer schwieriger wird, einen Profit zu erzielen, wird erwartet, dass einige der lizenzierten Betreiber den Markt verlassen werden. Ankündigungen in diese Richtung wurden bereits gemacht, was dazu führen könnte, dass die Spieler das Vertrauen in die Marken verlieren – mit den entsprechenden wirtschaftlichen Auswirkungen.

Ein gutes Beispiel dafür sind die 888 Holdings. Am 26. Dezember 2018 zitierte die rumänische Version der PokerNews den Vorsitzenden des rumänischen Casinoanbieter-Verbands und den CEO von Pokerfest Romania, Sorin Constantinescu, der bekannt gab, dass ein von 888 geplantes Live-Pokerturnier im März gestrichen wurde.

Constantinescu sagte zudem, dass 888 beschlossen habe, seine Marketingaktivitäten in Rumänien wegen der neuen Vorschriften einzustellen. Dies sei ein klares Zeichen dafür, dass der Betreiber sich darauf vorbereite, den Markt zu verlassen. Ein Sprecher von 888 bestritt dies jedoch kategorisch. Während die Entwicklungen noch nicht abgeschlossen sind, können rumänische Spieler nur eins tun, nämlich die Ruhe zu bewahren.

Quelle:

https://calvinayre.com/